Eindrücke von der Ruderregatta in Schmerikon
Letztes Wochenende fand die Nationale Ruderregatta in Schmerikon statt. Für mich war es die zweite Regatta – alles ist noch neu, und ich war ziemlich nervös. Wieder einmal war ich primär beeindruckt, wie viele Ruderboote auf den Wiesen vor dem Steg lagen. Ich wusste gar nicht, dass es so viele Ruderclubs gibt!
Für mich standen zwei Rennen auf dem Programm: zuerst im Doppelzweier bei den Elite Frauen mit Jasmin, später dann im Einer bei den Masters Frauen. Das Wetter war soweit perfekt. Ich hoffte, dass ich genug gegessen und getrunken hatte, um genügend Energie zu haben. Was für mich am besten funktioniert, weiss ich noch nicht so genau – ist ja erst meine zweite Regatta.
Oft muss ich noch die Junior*innen fragen, wo alles ist oder wie der Ablauf genau funktioniert. Haben wir unsere Bahnnummer am Boot? Ja, gut. Nach dem Aufwärmen an Land und der Rennbesprechung gehen Jasmin und ich zum Steg. Am Steg gibt es Stau, das heisst, wir kommen später als geplant aufs Wasser und rudern direkt Richtung Startlinie. Mittlerweile ist etwas Wind aufgekommen. Schon auf dem Weg merken wir: Es gibt deutlich mehr Wellen, als wir gewohnt sind. Da sind wir noch nicht besonders stabil. Zum Glück sind alle 500 m grosse, orangefarbene Bojen gesetzt, damit wir wissen, wo wir entlangrudern müssen. Aber nach der Boje, die 500 m anzeigt, sehen wir keine weiteren. Was wir für die Startlinie halten, ist kaum zu erkennen. Haben wir eine Boje verpasst? Sind wir falsch? Weit und breit kein anderes Ruderboot mit zwei Frauen. Wir rudern trotzdem weiter, denn in fünf Minuten müssen wir am Start sein. Wo sind die anderen Boote unserer Kategorie? Wir fahren zu dem Boot, in dem wir den Schiedsrichter vermuten, um ihn zu fragen, ob wir richtig sind – was er bestätigt. Die anderen Boote kommen bestimmt noch meint er. Tatsächlich treffen nach und nach die restlichen Boote ein.
Wegen des Windes und der Wellen ist es für uns eine Herausforderung, überhaupt gerade auf der Startlinie zu bleiben. Das gelingt uns auch nicht gut – wir starten schief in eine andere Bahn und müssen in unsere Bahn zurückfinden, wo wir ziemlich zickzack die Strecke entlang rudern. Oft bleiben wir mit den Rudern im Wasser hängen. Die anderen Boote sind längst davongezogen. Aber wir rudern weiter und geben unser Bestes. Die 2000 m ziehen sich ganz schön, aber wir erreichen das Ziel. Danach rudern wir locker aus, gehen an Land, essen etwas, geniessen die Sonne und die Aussicht.
Dann geht’s für mich im Einer weiter. Der Wind hat weiter zugenommen, ebenso die Wellen. Ich kann an zwei Händen abzählen, wie oft ich überhaupt schon im Einer gerudert bin. Ich bin froh, dass ich in der Masters-Kategorie nur 1000 m rudern muss. Bei diesen Wellen wäre ein Kentern keine Überraschung. Ganz schön wackelig nähere ich mich der Startlinie und übe den Start noch ein paar Mal. Wir müssen noch warten, bis es losgeht. Ich konzentriere mich nur darauf, nicht umzukippen. Wieder ist das Aufreihen auf der Startlinie das Schwierigste. Ich kann kaum rückwärts gegen Wind und Welle rudern. Doch irgendwann kommt das Startkommando.
Ich konzentriere mich darauf, mit den Beinen zu stossen – meine Schlagzahl bleibt sehr tief. Für „race pace“ bin ich bei diesen Bedingungen zu instabil unterwegs. Wieder komme ich als Letzte ins Ziel, aber das ist mir egal. Ich hatte trotz des Wackelns Spass und bin vor allem erleichtert, nicht ins Wasser gefallen zu sein – ein- oder zweimal war es wirklich knapp. Ich bin komplett erschöpft.
Ich bewundere unsere Junior*innen, die bei allem rund um Regatten wie Profis wirken und am Sonntag sogar mehrere Medaillen gewonnen haben – herzlichen Glückwunsch! Für mich ist das alles noch ein grosses „an alles denken“: Was isst man am besten? Wie läuft alles genau ab? Wann muss man wo sein? Und im Rennen selbst versuche ich, mich an alle technischen Tipps von Zara zu erinnern. Aber wie gesagt: Es macht Spass – und danach freue ich mich jedes Mal schon wieder auf das nächste Training.
Der Seeclub Wädenswil war mit insgesamt 16 WädenswilerInnen an der Heimregatta Schmerikon vertreten, welche bereits zum 13. Mal von dem Ruderverband Oberer Zürichsee (ROZ) ausgeführt wurde. Wir trugen mit 26 gemeldeten Booten zum neuen Melderekord bei. Besonders erwähnenswert war es, dass der SCW in 4 verschiedenen Kategorien Grossboote stellen konnte (U15 Juniorinnen, U15 Mixed, U17 4- und 4x). Es konnten viele gute Resultate erzielt werden. Darunter:
Anthi und Anna: 1. Platz im B Final U15 2x Juniorinnen
Tom und Joel: 3. Platz im B Final U15 2x Junioren
Isabel mit ihrer Partnerin aus Stäfa: 4. Platz im A Final U19 2x Juniorinnen
Amely/Maddie/Freja/Giulia: 2. Platz im A Final U17 4- Juniorinnen
Die vollständige Resultatenliste kann hier eingesehen werden: https://regasoft.swissrowing.ch/portal/Live/RegattaRaceRun/Index/83